Frankfurter Rudergesellschaft Nied 1921 e.V.

 

Die Geschichte der Frankfurter Rudergesellschaft Nied 1921 e.V.          von 1960 bis 1979

Bildmaterial und Text Copyright: Frankfurter Rudergesellschaft Nied

Was bisher geschah: Die Geschichte der Frankfurter Rudergesellschaft Nied 1921 e.V. von 1946 - 1959

1960 - In diesem Jahr gab für die FRG Nied bei 35 bei Starts auf 15 Regatten, darunter in Nied, Heidelberg, Gießen, Karlsruhe, Offenbach, Schweinfurt, Eberbach, Stuttgart und Duisburg drei Vierer und zwei Einersiege. Die zwei Einersiege wurden von Herma Hessemer errudert. Trotz der nur fünf Siege war man bei den Niedern zufrieden, da bei diesen 15 Regatten viele starke zweite Plätze zu verzeichnen waren. Bemerkenswert war das Herma Hessemer bei den Deutschen Meisterschaften in Duisburg bis ins Finale kam, aber Aufgrund ihrer körperlichen Unterlegenheit im Finale keine Rolle spielte. Obwohl die Vorbereitungen zum 40. Jubiläum gute Zeit in Anspruch nahm wurden rekordverdächtige 16.940 Mannschaftskilometer gerudert.

Blick auf das (nun eingezäunte) Bootshaus

Bootspflege nach dem Training

Herma Hessemer auf Regatta in Eberbach

Herma Hessemer nach ihrem Sieg in Stuttgart

Unser Steg - Rückkehr nach einer Ausflugsfahrt nach Eddersheim

Buß-und Bettagswanderung, eine lange gepflegte Tradition

1961 - Eine recht intensive Winterarbeit sollte dazu führen, dass unsere Aktiven in dem Jahre unseres 40jährigen Bestehens durch entsprechende sportlichen Leistungen das Jahr 1961 zu einem Jahr bedeutender Erfolge werden ließen. Die 13 errungenen Siege, bei 16 Starts, verteilten sich auf alle gemeldeten Bootsgattungen. Erstmals war es uns vergönnt im Frauen – Stilrudern zweimal die Sieger zu stellen.

Als bedeutendes Ereignis der Saison 1961 müssen wir neben dem 4. Platz im Frauen-Einer bei der Deutschen Rudermeisterschaft durch Herma Hessemer die Erringung der Deutschen Hochschulmeisterschaft in Berlin Gatow durch sie herausstellen. Dieser Sieg war der bisher größte Erfolg der R. G. Nied und wurde dementsprechend mit einem großen Bahnhof bei der Rückkehr der erfolgreichen Ruderin gefeiert.

Herma Hessemer direkt nach dem Sieg der Deutschen Hochschulmeisterschaft

Empfang Herma Hessemers am Bootshaus

Die Erfolgsstatistik der R.G. Nied wies die Gesamtzahl von 93 Regattasiegen seit Bestehen aus, wobei zu bedenken ist, dass besondere widrige Umstände (Bau vom Vereinsheim) in verschiedenen Jahren zählbare Erfolge und damit eine günstigere Statistik nicht zuließen. Wenn bisher in erster Linie die Rennruderei zu Worte kam, so soll nicht vergessen werden, dass junge und ältere Ruderer so manche Wanderfahrt unternommen haben.

Große Beteiligung an der Nieder Jugend- und Frauenregatta

Abrudern 1961

Seit vielen Jahren wird in den Schneemonaten dem Skilauf gehuldigt, dem sich auch die Kameraden der Paddelabteilung angeschlossen haben. Von einseitigen Sportlern, sogenannte Sommersportlern, kann kaum die Rede sein.

Die ersten 40 Jahre, Schlussbetrachtung des Autors der 40jährigen Chronik, Adolf Krückel:
Immer werden es die aktiven Sportler in einer Gemeinschaft sein, die nach außen hin in Erscheinung treten. Vergessen wir aber nicht diejenigen, die es dem aktiven Ruderer überhaupt es möglich machten, seinen Sport auszuüben, insbesondere aber seinen Rennsport.

Dank gebührt all denen die seit vielen Jahren als Trainingsleiter, Regattabetreuer der Ruderer, als Fahrzeugsteller für Transport der Ruderer und Boote eine Sache unterstützten, die große Opfer forderte. Ohne die Opfer der Alten und ohne ihre Fürsorge für die junge Ruderschar wäre der Rudersport arm, ja oft könnte es gar nicht zu großen sportlichen Leistungen kommen.

Deshalb sei auch an dieser Stelle allen Mitgliedern herzlich gedankt, die in vielfältiger Weise auch indirekt zu einer erfolgreichen sportlichen Arbeit mit beitrugen und auf die unsere aktiven Ruderer und Ruderinnen auch in aller Zukunft nicht verzichten wollen und können.

1962 - Mit insgesamt drei Siegen war der Jugend Gig-Doppelvierer im Stilrudern die erfolgreichste Mannschaft in diesem Jahr. Was war eigentlich Stilrudern? Drei Mal 330m mussten absolviert werden und dabei dreimal an den Punktrichtern vorbei gerudert werden. Gewertet wurde dann so ziemlich alles was das Auge erfassen kann: vom rhytmischen Schlagablauf bis zur Blattarbeit, von der Körperhaltung bis zur Zusammenarbeit im Boot. Zudem wurde ein Zwischenspurt von zehn schnellen Schlägen gewertet unter besonderer Beachtung des Übergangs von langsamen zu schnellen Schlägen und zurück. Auch bei der Jugend Regatta in Nied konnte der Vierer in Besetzung mit D. Stanger, C. Oleschalk, S. Stanger, H. Vetter und Steuerfrau B. Stanger einen Sieg einfahren. Insgesamt gab es in diesem Jahr elf Siege zu feiern.

Regatta in Nied - Blick auf das Regattalager

Knapper Zieleinlauf bei der Nieder Regatta

Der Jugend-Gig-Doppelvierer bei den DM in Karlsruhe

Regatta in Frankfurt a.M.

1963 - Noch einmal ließen die Ruderinnen der R. G. Nied die Fachwelt aufhorchen. Einem prächtigen Sieg in Heidelberg folgte das mit Spannung erwartete Abschneiden bei den Deutschen Jugendmeisterschaften in Duisburg. Mit der Besetzung Dagmar Stanger, Charlotte Oleschalk, Helge Euler, Helga Vetter und Steuerfrau Beate Stanger, von ihrer Trainerin Herma Hessemer bestens vorbereitet, wurden die Nieder Ruderinnen Deutsche Vize Meister im Stilrudern.

Den 100. Sieg in der Geschichte der R.G. Nied feierten im September bei einem Rennen an der Gerbermühle Alfred Hoffmann, Bernd Gutscher, Frank Ledermann, Jürgen Stehling und Steuermann Axel Fell. Bei mehreren Starts in diesem Jahr konnten fünf Siege und mehrere gute Plätze herausgefahren werden.

1964 - In Renngemeinschaft mit Freiweg Frankfurt konnten C. Oleschalk, U. Wittal mit Steuerfrau B. Stanger den Frankfurter Stadt - Frauenvierer gewinnen.

Regatta Nied 1964, Blick in Richtung Höchst

1966 - Nach langwierigen Verhandlungen mit dem Wasser- und Schifffahrtsamt konnte die neue Pritsche eingeweiht werden. Die Pritsche schwamm auf 6 Pontons und war über 2 Abgänge zu erreichen. In den 70er Jahren mussten die Stege zur Pritsche nach Auflagen des Wasser- und Schifffahrtsamts gekürzt werden. In dieser Form hielt die Pritsche bis 1994.

1969 - Auszug aus einem Brief an das Liegenschaftsamt Frankfurt:  …stellen hiermit den Antrag, dass unser Clubhaus mit einer Hausnummer versehen wird….zumal unser Nachbar, das Bootshaus der Nassovia Höchst bereits die Nummer 791 besitzt. Unser Verein bekam erst im Jahr 1969 die Hausnummer 793 zugeteilt.

Am 21. September richetet die R. G. Nied eine Kinderregatta aus, konnte aber selbst keine Mannschaft ins Rennen schicken.

1970-1975 - Die R. G. Nied trat der Rudergemeinschaft Frankfurt bei, stellte aber keine Ruderer ab.

Äussere und innere Umstände vielfältiger Art führten zu einem rapiden Mitgliederschwund. Seit Mitte-Ende der 1960er Jahre wurde der Ruderbetrieb und das Vereinseben nur von einer kleinen Gruppe aufrecht erhalten. Diese Jahre bedeuteten die bis dato schwerste Zeit für die FRGN, die sich nur zehn Jahre zuvor auf dem Zenith ihrer sportlichen Erfolge befand. Ab Mitte der 1970er Jahre widmete man sich wieder dem inneren sportlichen Aufbau mit dem Ziel künftig auch wieder an Regatten teilnehmen zu können.

1976 - Ab diesem Jahr entwickelte sich wieder ein regeres sportliches Leben in der R. G. Nied. Die Ruderwarte Herma und Norbert Spies, aber auch Horst Möller, alle mit großer ruderischen Erfahrung, nahmen sich in besonderem Maße der Schüler- und Jugendruderei an. Der Einsatz des wieder von Grund auf reparierten Motortrainingsbootes erwies sich im Laufe der Saison als sehr nützlich.

Die Starts im Juniordoppelzweier und im Junioreiner auf den Regatten in Limburg, Schierstein, Würzburg und Großauheim erbrachten zwar nur Achtungserfolge, aber auch günstige Perspektiven für die nächste Rudersaison. Die unter den Händen unserer Ex-Hochschul- Einermeisterin Herma Spies ausgebildeten Ruderinnen zeigten bereits in dieser Saison einen leistungsmäßigen Aufwärtstrend, der für die nächsten Jahre hoffen ließ.

1977 - Die Hoffnungen, die man auf das Sportjahr 1977 gesetzt hatte, erfüllten sich nicht ganz. Der vielversprechende Juniordoppelzweier des Vorjahres fiel aus beruflichen Gründen auseinander. Regatten konnten nicht besucht werden, doch wurde mit dem vorhandenen Rudermaterial intensiv die Ausbildung fortgesetzt.

Mit geruderten 4.200 km bei 569 Fahrten wurden nicht ganz die Zahlen des Vorjahres erreicht. So musste die Hoffnung wiederum auf das nächste Jahr gesetzt werden. Sportlich war man seinerzeit auch außerhalb des Bootes unterwegs: bei einem Hallenfußballturnier am 27.03. in Forchheim belegte die R. G. Nied Mannschaft unter 20 teilnehmenden Vereinen einen beachtlichen 4. Platz.

1978 - Die Mitgliederzahl sank stetig. Viele ehemals erfolgreiche Ruderer zogen sich aus dem aktiven Vereinsleben zurück. Trotz einiger Anstrengungen, z.B. Werbung in Schulen, wurden bis dahin keine Jugendlichen gefunden, die man für den Rudersport begeistern konnte. Das Vereinsleben wurde nur noch von einigen Mitgliedern aufrechterhalten.

Trotzdem konnten weitere Regatten besucht werden. Im Mädchen-Doppelzweier siegten Andrea Spies und Dagmar Fassel in Kitzingen, außerdem belegten sie ganz knappe 2. Plätze auf den Regatten in Limburg und Großauheim. Joachim Janz konnte mit einem schönen Sieg im Junior-Einer aus Schierstein mit einem Sieg nach Hause fahren.

In diesem Jahr wurden bei 678 Fahrten 6.609 km gerudert. Eine beachtliche Steigerung gegenüber dem Vorjahr. Ein neuer Jugend-Doppel-Zweier wurde gekauft und auf den Namen NEPTUN getauft. Die Vereins- Fußballmannschaft belegte zudem bei einem Turnier in Karlsruhe den 3. Platz und wurde mit einem Pokal belohnt.

Sportartenübergreifend erfolgreich - Ruderer der FRG Nied beim Turnier in Karlsruhe

Am Vereinshaus standen die ersten größeren Reparaturen nach dem Neubau an: Die Heizungsanlage musste von Grund auf erneuert werden. Die damalige finanziellen Situation des Vereins ließ die Bezahlung aus eigenen Mitteln nicht zu. Die Ruderkameraden Wilhelm Pappert und Erhard Michel sprangen mit ihrem eigenen Kapital in Form eines zinslosen Darlehen ein, um damit der R. G. Nied unter die Arme zu greifen. Um zu verdeutlichen wie schlecht es um die Finanzen stand, sei hier noch erwähnt, dass der Verein sogenannte „10.- DM Bausteine“ an seine Mitglieder verkaufte, die dann später vom Verein verzinst zurückgekauft wurden.

Abrudern 1978


Trotz dieser sportlichen und finanziellen schweren Zeit wurden von den Mitgliedern 1.700 DM für einen Kinder- Einer gespendet. „Ein einmaliger Ausdruck für unser Zusammengehörigkeitsgefühl“, wie es unser damaliger Vorsitzender Dr. Jürgen Stehling nannte.

1979 - Bei den Deutschen Meisterschaften für Jungen und Mädchen in Wolfsburg war die R. G. Nied wieder einmal bei den „Deutschen“ vertreten. Hier konnte die frisch gebackene Hessenmeisterin Dagmar Fassel im Mädchen Einer den Endlauf erreichen und erruderte von 12 Teilnehmerinnen den 6. Platz. Neben Dagmar Fassel konnten sich Herma Spies, Andrea Spies und Joachim Janz in die Siegerlisten eintragen.

Beim Volksrudern in Würzburg nahmen 27 Aktive aus unserem Verein teil und ruderten zusammen 640 km. Dabei wurden 15 Goldmedaillen für je 30 km, 7 Silbermedaillen für je 20 km und 5 Bronzemedaillen für je 10 km vergeben.

Mit einem Zuschuss der Stadt Frankfurt in Höhe von 2.500 DM wurden zwei neue Einer und neuer Motor für unser Motorboot gekauft. Der Einer kostete 6125.- DM, der Motor 1.850.- DM.  Damit konnte der Verein seinen Bestand auf nun 17 Ruderboote erweitern.

Einen herben Rückschlag erlitt die R. G. Nied durch einen im Obergeschoss des Clubhauses entstandenen Brand. In der Nacht vom 5. zum 6. September brannten die Räume der Gastronomie aus. Glücklicher Weise blieben die Räume im Erdgeschoss, besonders die Boote, vom Feuer verschont. Aufopfernd setzten sich die Mitglieder bei den Aufräumungsarbeiten ein. Trotzdem musste das Restaurant bis zur vollkommen Renovierung ein Jahr geschlossen bleiben. Dies bedeutete ein Jahr keine Mieteinnahmen für die schon jetzt arg gebeutelte Vereinskasse.

Wie es weitergeht: Die Geschichte der Frankfurter Rudergesellschaft Nied 1921 e.V. von 1980 - 1989